Monat: April 2005

Festschrift zur 750-Jahr-Feier

284-seitige Sonderausgabe des Heimatkalenders in Vorbereitung

Die „Festschrift zur 750-Jahr-Feier von Fürstenberg (Oder)“, einer Sonderausgabe des „Heimatkalenders Eisenhüttenstadt und Umgebung“, befindet sich in einer entscheidenden Phase. Nach Monaten aufwendiger Recherchen in Archiven und Bibliotheken, anstrengender Schreib- und Korrekturarbeiten, nach zahlreichen Entwürfen in Wort und Bild, die begutachtet, akzeptiert, nicht selten auch verworfen wurden, liegt die Vollendung des Werkes nunmehr in den Händen der engagierten Mitarbeiter der Druckerei Kühl in Müllrose.

kalenderDer 23. Jahrgang des von der Bürgervereinigung „Fürstenberg (Oder)“ e.V. herausgegeben Heimatkalenders steht ganz im Zeichen des großen Jubiläums. Eine umfangreiche Zeittafel unter dem Titel „Fürstenberg (Oder) im Wandel der Zeiten“ gewährt Einblicke in die bewegte Geschichte und das städtische Leben von der urkundlichen Ersterwähnung am 18. Februar 1286 bis zur Gegenwart. Spezielle Beiträge sind archäologischen Funden in der Wallstraße, der Entwicklung der Oderstadt unter dem Kloster Neuzelle, ihrem Schicksal während des Dreißigjährigen Krieges und einer Zeit gewidmet, da man auch hier den braunen Rattenfängern verfiel. Anhand eigener Erfahrungen setzt sich ein Fürstenberger Autor kritisch mit der jüngsten Vergangenheit, der DDR- und Nachwendezeit, auseinander.

Eine Reihe von Beiträgen widerspiegelt die jüngere Geschichte und das gesellschaftliche Leben im heutigen „Gemeindeteil“ Fürstenberg (Oder), würdigt die Aktivitäten der Bürgervereinigung, der Freiwilligen Feuerwehr, des Fußballklubs, des Männergesangvereins, vermittelt uns Eindrücke vom schulischen und kirchlichen Leben.

Breiten Raum nehmen Erinnerungen ein, in denen jetzige und ehemalige Bürger Fürstenbergs ihre Verbundenheit mit der Stadt bekunden und schildern, wie das Schifferstädtchen ihnen zur Heimat wurde. Besondere Hervorhebung verdienen an dieser Stelle der literarisch reife Beitrag von Wally Wertheim (†), Frau des Amtsrichters Paul Wertheim, über Fürstenberg um 1900 sowie ein aus 72 Strophen bestehendes, lebensvolles Gedicht mit dem Titel „Fürstenberg an der Oder – es war einmal“ des in Fürstenberg lebenden Autors Horst Knobloch, das hiermit erstmals vollständig zum Druck gelangt.

Aufsätze über die Umgebung Fürstenbergs/Eisenhüttenstadts fehlen ebenfalls nicht. Den Lesern des Heimatkalenders bekannte Autoren behandeln darin die Landschaftsgeschichte, die Wiederbesiedlung Treppelns nach dem Dreißigjährigen Krieg und die Deckenfresken in der Kreuzkirche Neuzelle.

In Bezug auf den Inhalt und Umfang, aber auch in gestalterischer Hinsicht stellt die Festschrift ein Novum dar. Rund 30 meist ehrenamtliche Autoren sind in dem 284-seitigen Heft mit z.T. umfangreichen Beiträgen vertreten. Das farbenfrohe Titelbild und Zeichnungen des Berliner Grafikers Klaus Janck, Postkarten, Fotos und viele andere Abbildungen werden die Publikation auf ihre Weise bereichern.

Auf wichtige Quellen zur Erforschung der Stadtgeschichte, die dem heimischen Leserpublikum erstmals vorgestellt werden, darf man schon jetzt gespannt sein, so auf die älteste Fürstenberger Urkunde von 1293 sowie einen Stadtplan und eine Gemarkungskarte aus der Mitte des 18. Jh. Wie alt ist eigentlich das Bollwerk und nach wem ist die Marienstraße benannt? Auch zu diesen und manch anderen Details der Geschichte Fürstenbergs wird der aufmerksame Leser Hinweise finden.

Eine große Zahl von Anzeigen belegt die Bereitschaft der Inserenten, das in Kürze erscheinende Werk tatkräftig zu unterstützen. Am 21. April (ab 19 Uhr) wird es der interessierten Öffentlichkeit im Fürstenberger Gesellschaftshaus vorgestellt werden.

Dr. Klaus-Dieter Gansleweit
(ehrenamtlicher Redakteur)

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Maskottchen zum Vereinsvergnügen vorgestellt

loeweLange währte die Suche nach einem Motiv. Nun wurde es zum Vereinsvergnügen im Fürstenberger Gesellschaftshaus „Schleicher“ am 02. April 2005 vorgestellt. Der Grafiker Klaus Janck, 1931 in Guben geboren lebt heute in Berlin, schlug zunächst den kleinen Fürsten „Bergi“, abgeleitet vom Stadtnamen, vor. Damit sollte der Versuch unternommen werden, interessante Kapitel der Fürstenberger Stadtgeschichte für Kinder aufzuarbeiten und darzustellen. Dann begeisterte uns jedoch der Historiker Dr. Gansleweit mit der Idee des aufrecht stehenden Löwens aus dem Stadtwappen. Dieser trägt eine Schiffermütze und soll damit an das frühere Hauptgewerbe der Fürstenberger Bürger erinnern. So heißt es noch im Fürstenberger Adressbuch von 1937: „Fürstenberg war eine Schiffahrtsstadt, der Oderstrom ist die Lebensader, er gibt ihr das besondere Aussehen. Fürstenberg ist wichtiger Schiffahrtsknotenpunkt durch seine Lage an der Einmündung des Oder-Spree-Kanals in die Oder, der mit der Fertigstellung des Mittelland-Kanals in den nächsten Jahren noch an Bedeutung gewinnen wird. So haben zahlreiche bedeutende Schiffahrtsunternehmen der Oder, Elbe und der Märkischen Wasserstraßen hier Zentralen und Niederlassungen.“ Klaus Janck, der seit 1955 als selbständiger Grafiker arbeitet und früher u.a. Plakate für das Berliner Filmfest gestaltete, setzte diese Idee künstlerisch um. Bis heute ist dieser initiativreiche Künstler sehr heimatverbunden und man trifft in vielen Städten der Niederlausitz auf seine Arbeiten. So z.B. fertigte er Modelle und Illustrationen für den „Förderverein für die Museen der Stadt Peitz“ e.V. bzw. Beiträge und Zeichnungen für den Gubener und Eisenhüttenstädter Heimatkalender an. Große Beachtung fand sein eindrucksvolles Diorama der Peitzer Zitadelle.

Zur Unterstützung der Vorbereitung der 750-Jahr-Feier stellte er eine colorierte Zeichnung zur Versteigerung zur Verfügung. Der Löwe mit Schiffermütze steht dabei vor der von ihm gezeichneten Stadtsiluette. Mit dem Erlös aus der Versteigerung soll ein mannshohes Maskottchen für den Festumzug angefertigt werden.