20. Jahrhundert „Im Wechsel von Aufstieg und Niedergang“

1902
Auf dem Oder-Spree-Kanal werden 21000 Fahrzeuge mit 2 Mio. Gütertonnen geschleust (1912: 40000 Fahrzeuge mit über 4,4 Mio. t).
1903
Die Gasanstalt wird in Betrieb genommen.
1906
Eine Neunummerierung der Häuser, z.T. verbunden mit einer Umbenennung der Straßen und Plätze, findet statt. In jeder Straße sind die Häuser fortan gesondert nummeriert.
1909/10
Städtisches Krankenhaus erbaut.
1919
Eröffnung einer Oderbrücke oberhalb der Stadt.

Oderbrücke
Die Oderbrücke in den dreißiger Jahren

1920
Einweihung des vom Bergwerksdirektor und Rentier Franz Thielenberg gestifteten Schifferkinderheims für schulpflichtige Schifferkinder.
1925
Am Ostufer des neuen Umgehungskanals wird ein Hafen der Stadt fertig gestellt.
1929
Die Zwillingsschachtschleuse, eine moderne Schleusenanlage am Umgehungskanal, wird dem Verkehr übergeben. Beginn der Bauarbeiten für die Wasserleitung und Kanalisation der Stadt.
1932
Auf dem Bahnhof trifft Reichspräsident Hindenburg ein und durchfährt unter dem Jubel der Fürstenberger in einem offenen Wagen die Stadt.
1939
Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Das Industriepotenzial Fürstenbergs wird für kriegerische Zwecke genutzt. Ab September Einrichtung eines Kriegsgefangenenlagers (Stalag III B) für 10000 Insassen.
1940
Die Stadt entwickelt sich zu einem „Mittelpunkt kriegswichtiger Industrien“. Beginn der Bauarbeiten für ein Degussa-Zweigwerk zur Produktion von Natrium, Formaldehyd u.a. für die Sprengstoffproduktion.
1941
Baubeginn für ein MEW-Kraftwerk bei Vogelsang, Einsatz von Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen.
1944
Eingemeindung von Schönfließ und (bis 1956) Vogelsang. Von 1944 bis 1947 und 1950 bis 1961 bildet Schönfließ den Ortsteil Fürstenberg-West.
1945
Ab Januar ist Fürstenberg Schauplatz von Kriegshandlungen. Am 4. Februar wird die Oderbrücke von einem deutschen Kommando gesprengt. Im April Einnahme der evakuierten Stadt durch die Rote Armee ohne größere Zerstörungen. Dennoch sind die Nachkriegsjahre für die Fürstenberger nicht minder entbehrungsvoll.

Gesprengte Oderbrücke
Gesprengte Oderbrücke

1949
Gründung der DDR. Von nun an durchleben auch die Bürger Fürstenbergs den hoffnungsvollen Beginn und den Zusammenbruch des ersten „sozialistischen“ Staates auf deutschem Boden.
1950
Die Stadt ist Gründungsort des Eisenhüttenkombinats Ost, dessen Wohnstadt ab 1951 westlich des Oder-Spree-Kanals errichtet wird. Für beides übernimmt Fürstenberg Geburtshelferfunktionen.

Hochofenanlage im Eisenhüttenkombinat Ost Quelle: Stadtarchiv Eisenhüttenstadt

1952
Fürstenberg (Oder) wird Kreisstadt.
1953
Protestaktionen der Arbeiter am 17. Juni gipfeln in der Erstürmung des Sitzes der SED-Kreisleitung im Rathaus.
1955
Mit großem Enthusiasmus veranstaltet die Stadt eine 700-Jahr-Feier.
1960
Fürstenberg (einschließlich Fürstenberg-West) hat 6749 Einwohner.
1961
Aus Stalinstadt, der Wohnstadt des Eisenhüttenkombinats, und Fürstenberg (Oder) wird Eisenhüttenstadt gebildet. Ein traditionsreiches städtisches Gemeinwesen hört aus politischen Gründen auf zu bestehen.
1963
Der Turm (mit Glocken, Kugel und Wetterfahne) der 1945 ausgebrannten Stadtkirche ist renoviert. Nach 18 Jahren können erstmals wieder die Glocken geläutet werden.
1980
Eröffnung des Städtischen Museums in der Löwenstraße 4.
1990
Die DDR tritt der Bundesrepublik bei. Von nun an genießen auch die Bürger Fürstenbergs die Vorzüge der kapitalistischen Gesellschaft (z.B. bürgerliche Freiheiten), verspüren aber bald auch die negativen Folgen des gesellschaftlichen Wandels (Arbeitslosenquote Eisenhüttenstadts im Februar 2004: 21,5 %).
1991
Die Bürgervereinigung „Fürstenberg“ e.V. wird gegründet, ab 1998 Bürgervereinigung „Fürstenberg (Oder)“ e.V.
1995
Die Bürgervereinigung „Fürstenberg“ hat 247 Mitglieder.
1996
Feierliche Einweihung der Neuen Deichbrücke über den Oder-Spree-Kanal und erstes Brückenfest.

Ansprache des Vorsitzenden der Bürgervereinigung Erich Opitz anlässlich der Einweihung der Neuen Deichbrücke

1997
„Jahrhundert-Hochwasser“ der Oder.
1999
Wiedereinweihung der Nikolaikirche und Weihe der von der Firma Eule (Bautzen) hergestellten Orgel.

 

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